Auf Irrwegen durchs Teufelsmoor

Bildquellenangabe: Hans Snoek - www.hs-buch.de  / pixelio.de

Bildquellenangabe: Hans Snoek – www.hs-buch.de / pixelio.de

Im Nordosten von Bremen beginnt eine insgesamt 600 Quadratkilometer große Moorlandschaft, die sich bis nach Bremervörde erstreckt und allgemeinhin “Teufelsmoor” genannt wird. Entstanden ist dieser feuchte Lebensraum schon zur Eiszeit vor etwa 100.000 Jahren. Aber woher hat das Gebiet seinen einprägsamen Namen? Auch hierüber gibt die Sagenwelt Aufschluss.

Die Wege, die durchs Teufelsmoor führen, sind für alle, die nicht hier leben, ungeheuer verwirrend. Zum Teil enden sie mutmaßlich im Nirgendwo und sogar Einheimische tun sich in einigen Fällen schwer, auf Anhieb das richtige Ziel zu finden. Das war schon immer so, und selbst der Fürst der Hölle, der sich vor ewigen Zeiten in den Weiten des Moors verirrt hatte, blieb von dieser Tücke nicht verschont.

So könnte die Hütte des Schumachers ausgesehen haben. Bildquellenangabe: Hans Snoek - www.hs-buch.de  / pixelio.de

So könnte die Hütte des Schumachers ausgesehen haben.
Bildquellenangabe: Hans Snoek – www.hs-buch.de / pixelio.de

Zugegebenermaßen hatte er vor dem Betreten der Moorlandschaft noch recht klug gehandelt, denn er stattete vor dem Beginn seiner Reise einem armen Schuhmacher, dessen Hütte am Rande des Moors stand, einen Besuch ab, um sich von diesem ein paar passgenaue Holzschuhe anfertigen zu lassen. Dieses grobe Schuhwerk sollte ihm dazu dienen, nicht gleich in dem feuchten Untergrund des Moors zu versinken. Schon beim Maßnehmen fielen dem Schuster die eigenartigen Klumpfüße seiner fremden Kundschaft auf. Doch der drohende Blick des Unbekannten veranlasste ihn dazu, keine weiteren Fragen bezüglich dieser Missbildungen zu stellen. Dieser bezahlte seine primitive Fußbekleidung und nahm seine Wanderung in Angriff.

Bis in die Ortschaft Worpswede hinein ging auch alles gut. Dort jedoch machte er den Fehler sich ausgerechnet in einem Gasthof den weiteren Weg skizzieren zu lassen. Ein sturzbetrunkener Bauer gab ihm mit schwerer Zunge Auskunft. Die Wegbeschreibung ging natürlich völlig in die Hose, und so irrte der Teufel bald völlig desorientiert im Moor umher. Obwohl die Holzschuhe recht gut verarbeitet waren, war diese Art von Schuhwerk für Satan doch sehr ungewohnt, und bald traten schmerzende Blasen an seinen Pferdefüßen in Erscheinung. Ein reitbarer Untersatz musste her! Nur wo sollte er solch einen mitten im Moor herbekommen?

Bildquellenangabe: Gerhard Hermes  / pixelio.de

Bildquellenangabe: Gerhard Hermes / pixelio.de

Nach gefühlten hundert weiteren Irrwegen und unzähligen, irritierenden Stunden im Moor erspähte der Teufel ein junges Mädchen, welches tatsächlich eine Ziege mit sich führte. Er brachte seine gesamte Überredungskunst sowie einen ganzen Haufen funkelnden Silbergeldes zum Einsatz, damit das Mädchen ihm die Ziege überließ. Allerdings war dem Teufel nicht bekannt, dass er soeben ein Geschäft mit der Tochter des Schuhmachers abgeschlossen hatte. Voller Freude über die Entlastung seiner wie Feuer brennenden Füße, setzte er sich auf die Ziege. Die aber wollte nur eines: Nach Hause an ihren gut gefüllten Futtertrog. Mit kräftigen Sprüngen durchquerte sie das Moor, und der Teufel staunte nicht schlecht, als er nach kurzer Zeit erneut die Hütte des Schuhmachers vor sich sah, und er sich somit abermals am Ausgangspunkt seiner Reise befand. Wutentbrannt musste er einsehen, dass auch ihn die hinterhältige Moorlandschaft zum Verzweifeln brachte, und sein Vorhaben hier von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Mit Blitz und Donner fuhr er zurück in die Unterwelt, nicht ohne vorneweg die Behausung des unglücklichen Schumachers voller Zorn noch in lodernden Flammen aufgehen zu lassen.

Inzwischen hilft der Moorexpress einen sicheren Weg durch das Teufelsmoor zu finden. Bildquellenangabe: Harald Wanetschka  / pixelio.de

Inzwischen hilft der Moorexpress einen sicheren Weg durch das Teufelsmoor zu finden.
Bildquellenangabe: Harald Wanetschka / pixelio.de

Der Geschädigte beschloss nun seine nächste Hütte lieber direkt in Worpswede aufzubauen und berichtete in dem Dorf auch, was ihm widerfahren war. Diese Ereignisse waren Grund genug der umliegenden Landschaft der heutigen Künstlerkolonie den Namen Teufelsmoor zu verpassen, unter welchem sie seither bekannt ist.

Dieser Beitrag wurde unter Bremen, Niedersachsen abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.