Das Petermännchen – der berühmte Schweriner Schlossgeist

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Reise, die ich im Alter von 7 Jahren mit meinen Großeltern mütterlicherseits unternahm. Beide stammten aus Ostpreußen und daher kam es, dass sämtliche Verwandten dieses Familienzweiges nach dem Zweiten Weltkrieg kreuz und quer in Deutschland verstreut lebten. Die große Schwester meiner Oma hatte es nach Warnitz, einem kleinen idyllischen Dorf in der unmittelbaren Nähe von Schwerin verschlagen.

In der einen Urlaubswoche unternahmen wir selbstverständliche auch einige Ausflüge in die mecklenburgische Landeshauptstadt, und spazierten unter anderem auch durch den wunderschönen Schweriner Schlossgarten. Mich damaligen Dreikäsehoch faszinierte am meisten die romantisch anzuschauende Felsengrotte am Schweriner See. Diese Grotte zog mich regelrecht an, und der Drang sie zu erkunden übte einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. Meine Oma erzählte mir bei dieser Gelegenheit die Geschichte des Schweriner Petermännchens, die mir bis heute unvergesslich geblieben ist.

Alten Überlieferungen zu Folge soll der zwergenhafte Geist seit anno 1756 als Beschützer des Schlosses und eigentlich auch der gesamten Stadt zugange sein. Die Schweriner lieben und verehren ihr Maskottchen, denn es handelt sich um eine recht wertvolle kleine Gestalt. Der Legende nach soll ganz Schwerin gemeinsam mit seinem prächtigem Schloss versinken, wenn das Petermännchen plötzlich verschwinden würde. Über einen Zeitraum von 30 Jahren hinweg machte sich das Petermännchen sogar in der Schlossküche nützlich. Die ihm wohl sehr sympathische Köchin hat es trotz allem nie zu Gesicht bekommen, verfügt es doch über die magische Fähigkeit sich unsichtbar zu machen. Den wohl bekannten Feldherrn Wallenstein hat das Petermännchen scheinbar überhaupt nicht gemocht. Ihm erschien es als Poltergeist und stahl ihm die gesamte Nachtruhe. Tags darauf verließ Wallenstein Schwerin und hat die Stadt zu Lebzeiten nie wieder betreten.

Zu gerne hätte ich den possierlichen kleinen Mann damals im Urlaub einmal persönlich zu Gesicht bekommen. Leider hatte ich jedoch bei meiner Suche nach dem Petermännchen kein Glück, so gründlich ich die Grotte auch in Augenschein nahm.

Grotte im Schloßgarten mit Blick auf den Schweriner See Bildquellenangabe: Ingrid Ruthe / pixelio.de

Grotte im Schloßgarten mit Blick auf den Schweriner See
Bildquellenangabe: Ingrid Ruthe / pixelio.de

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