Der Poltergeist im Jagdschloss Grunewald

Im Berliner Grunewald soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Primär betroffen von den seltsamen Aktivitäten, die sich für mich ganz nach einem Poltergeist anhören, scheint dass alte Jagdschloss zu sein. Das historische Gebäude, in dem inzwischen eine Galerie mit berühmten Gemälden Lucas Cranachs untergebracht ist, wurde um 1542 erbaut. Betont werden muss, dass es sich beim Grunewalder Jagdschloss um das älteste, im Original erhalten gebliebene Herrschaftsgebäude unserer Hauptstadt handelt.

Vor einigen Jahrzehnten trug es sich zu, da hatten ein paar Kameraden im Seitengebäude des Jagdschlosses Quartier genommen und gingen an einem schönem Herbsttag zum Grunewaldsee um zu angeln. Als sie sich später am Abend zum Schlafen niederlegten, wussten sie noch nicht, dass es die gruseligste Nacht ihres Lebens werden sollte. Die Männer hatten die Augen noch nicht richtig geschlossen, da hörten sie schwere Schritte auf der hölzernen Treppe des Gebäudes. Kurz darauf flogen alle Stubentüren auf, begleitet von einem schaurigem Heulen wie wenn Orkanböen durch das Schloss jagen würden. Als nächstes drang ein gewaltiges Rumoren aus Schornstein und Kamin.
Zu Gesicht bekamen die Freunde den Poltergeist nicht. Ihr Entsetzen war aber ohnehin schon groß genug. Panisch flüchteten sie auf den Schlosshof und verbrachten den Rest der Nacht in der Kammer des Kutschers, der ihnen gastfreundlich Unterschlupf gewährte.

Freilich ist es gut möglich, dass diese ganzen Spukgeräusche lediglich von einem schwerem Unwetter verursacht wurden. Und vielleicht haben die Fischer ja auch nur beim Angeln etwas zu tief in ihre Flachmänner geschaut oder ihre Fänge abends feuchtfröhlich gefeiert. Man sagt aber auch, dass der Geist des alten Kellermeisters, der auf einem Porträt gleich hinterm Eingang des Jagdschlosses verewigt ist, um Mitternacht schon auf der Wendeltreppe gesichtet wurde. Durch lautes Rasseln mit seinem Schlüsselbund hatte die gespenstische Gestalt auf sich aufmerksam gemacht. Selbst vor dem Küchengewölbe des Jagdschlosses macht der Poltergeist nicht halt. Von Zeit zu Zeit beginnen sich dort die alten Bratenspieße wie von Geisterhand bewegt zu drehen.

Der Grunewaldsee Bildquellenangabe: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Der Grunewaldsee
Bildquellenangabe: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

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