Die germanischen Ursprünge der Burg Rabenstein bei Chemnitz

Bildquellenangabe: Stefan Michler  / pixelio.de

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Bei unseren Vorfahren, den alten Germanen, war es oft üblich, dass man seinen Nachwuchs nach mystischen Tieren benannte. So entstammen alle Männernamen mit der Endsilbe -ram, wie in Bertram oder Wolfram, der germanischen Sprache. Die Endung -ram bedeutet Rabe, und die Raben galten im Germanentum als heilige Tiere, waren sie doch Odins Götterboten.

Das Rochlitzer Muldental, da wo jetzt die majestätische Rochsburg steht, war vor vielen hundert Jahren von germanischen Stämmen besiedelt. Unter ihnen lebte ein junger Mann, der ebenfalls mit Stolz den Namen “Rabe” trug. Seine Stammesgenossen schätzten ihn wegen seiner Stärke, welche dazu noch mit einer herausragenden Intelligenz gepaart war. Allerdings trug der “junge Rabe” auch genügend jugendlichen Übermut in sich, und so kam es, dass er sich eines Tages auf eine Rauferei mit einem Kameraden einließ. Das Kräftemessen lief aus dem Ruder, und wie er seinen Gegner regungslos am Boden liegen sah, bekam es “Junger Rabe” mit der Angst zu tun. Er nahm an, er habe den Stammesbruder getötet, und floh deshalb weit nach Süden ins Land hinein.

Bildquellenangabe: Michael Lorenzet  / pixelio.de

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Ähnlich wie Rüdiger Nehberg 1981, kämpfte sich der junge Germane tagelang durch dichte Wälder und lebte nur von frischem Quellwasser und den Früchten der Natur. Allerdings tat er das, im Gegensatz zu dem Suvival-Experten Nehberg, eher unfreiwillig. Irgendwann, völlig ausgelaugt und am Ende seiner Kräfte, stieß “Junger Rabe” aus Zufall auf die Leuchtmoos-Höhle am Totenstein bei Grüna und suchte darinnen Unterschlupf. Vorerst fiel er dort in einen tiefen Schlaf, wurde jedoch nach nicht allzu langer Zeit von lautem Stimmengewirr aus seinen Träumen gerissen. Nachdem er diesen Stimmen tiefer hinein in die Höhle folgte, erblickte er eine Gruppe Diebesgesindel, welches sich an seiner Beute, einem großen Goldkreuz, erfreute. Der mutige junge Mann nahm den Halunken das Kreuz ab und schlug sie in die Flucht.

Bei Sonnenaufgang setzte “Junger Rabe” seine Reise ins Ungewisse fort und nahm das goldene Kreuz mit sich. An einem Lindenbaum am Rande des Waldes traf er zufällig auf einen Mönch. Nachdem er diesem das Kreuz gezeigt hatte, erfuhr er, das die Reliquie aus dem Dom zu Meißen stamme, und demjenigen, der sie dorthin zurück brächte, eine hohe Belohnung versprochen wäre. Ehrlich wie “Junger Rabe” nun einmal war, begab er sich nun auf den weiten Weg nach Meißen und brachte das Kreuz an seinen Ursprungsort zurück. Die Reise sollte nicht umsonst gewesen sein. Durch einen glücklichen Umstand erfuhr er im Meißner Kloster, dass sein todgeglaubter Kamerad sich bester Gesundheit erfreue und er selbst somit frei von jeglicher Schuld sei.

Burg Rabenstein im Stadtteil Chemnitz/Rabenstein Bildquellenangabe: Martin Goldmann  / pixelio.de

Burg Rabenstein im Stadtteil Chemnitz/Rabenstein
Bildquellenangabe: Martin Goldmann / pixelio.de

Aus Dankbarkeit kehrte “Junger Rabe” an die Linde zurück, an welcher ihm der Mönch begegnet war, und errichtete dort eine hölzerne Burg. Seine Nachfahren bauten die kleine Festung später mit stabilerem Stein weiter aus, und gaben ihr, in ewigen Gedenken an ihren Ahnherren, den stolzen Namen “Rabenstein”.

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4 Antworten auf Die germanischen Ursprünge der Burg Rabenstein bei Chemnitz

  1. Seifert, Karsten sagt:

    Hallo Anja,
    ich habe vor drei Tagen eine Facebook-Info-Seite über Rabenstein erstellt. Wäre schön wenn Du den Beitrag zur Burg dort veröffentlichen würdest. Der Link ist jener https://www.facebook.com/pages/Rabenstein/487109731425264?fref=ts. Vorab vielen Dank. Karsten, der Administor der Seite

  2. Anja sagt:

    Hallo Nikolas,

    erst einmal herzliche Grüße nach Hause in meine sächsische Heimat. Da sich mein Blog eher dem Thema Sagen und Legenden widmet, habe ich es bewusst unterlassen, nähere Fakten zur Burg an sich darzulegen. Das wäre aber sicherlich eine interessante Aufgabe für meinen Bloggerkollegen von http://www.burgerbe.de/. Bis jetzt konnte ich in seinem wirklich ansprechenden Burgenblog leider noch nichts zu Rabenstein finden. Aber vielleicht wird das ja noch =)

    Lg Anja

  3. Nikolas sagt:

    Die Burg Rabenstein ist bei mir gleich in der Umgebung 🙂 Umso interessanter ist dieser Artikel für mich. Mich hätte noch mehr rund um die Burg interessiert.. wie wurde sie benutzt und wann genau erbaut und durch Stein ausgebaut?
    Danke und beste Grüße

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