Die graue Dame auf Barockschloss Ostrau

Bildquellenangabe: Marvin Siefke  / pixelio.de

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In alten Geschichten, den urbanen Legenden der Neuzeit sowie auch in einigen Forenbeiträgen unserer Tage wird immer wieder erwähnt, dass Tiere ein viel besseres Gespür für Geschöpfe der Anderswelt zu haben scheinen wie wir Menschen selbst. Vor allem Hunde und Katzen sind angeblich mit diesem ausgeprägtem Instinkt zur Erkennung übersinnlicher Wesen ausgestattet.

Die Tochter von Hans-Hasso von Veltheim, die viele Jahre ihres Lebens auf einem der edelsten Barockschlösser Sachsen-Anhalts, dem Schloss Ostrau, verbrachte, wusste ebenfalls von einem solchen Paradebeispiel tierischer Empfänglichkeit für Geistererscheinungen zu berichten.

Bildquellenangabe: vkdhh  / pixelio.de

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Der Schlossherr selbst frönte zu seiner Zeit häufig der Leidenschaft der Hasen- und Fasanenjagden, die Anfangs des 20. Jahrhunderts regelmäßig zwischen Ostrau und Weißandt-Gölzau stattfanden. Seine Tochter befasste sich stattdessen lieber mit der Zucht eleganter Windhunde und war mit diesem Hobby sehr erfolgreich. Die Vierbeiner wurden nicht etwa in Zwingern gehalten, sondern waren der Familie von Veltheim angenehme und liebgewordene Haus- bzw. Schlossgenossen. Allerdings wunderten sich die zweibeinigen Schlossbewohner oftmals nach Einbruch der Finsternis, warum die Windhunde wie aus heiterem Himmel zu zittern begannen und ihnen winselnd, mit eingeklemmter Rute um die Beine strichen.

Fräulein von Veltheim waren die antiquierten Spukberichte über eine graue Dame, deren Geist im Schloss umgehen sollte, wohl bekannt. Da aber weder sie noch einem ihrer Familienangehörigen oder Bediensteten das gespenstische Wesen je erschienen war, hatte sie diese Schilderungen schon längst als Gruselmärchen ad acta gelegt. Ausgerechnet der berühmte deutsche Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg sollte sie eines Besseren belehren.

Bildquellenangabe: Rike  / pixelio.de

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Seit dem Jahr 1905 war Hindenburg als kommandoführender General in Magdeburg eingesetzt und hatte das IV. Armee-Korps unter sich. Häufig weilte er als Gast auf Schloss Ostrau, um an den anfänglich bereits erwähnten, populären Jagdveranstaltungen des anhaltinischen Hochadels teilzunehmen. Die Elektrizität hatte damals in den Gemächern des Schlosses noch nicht ihren Einzug gehalten. Am Abend und des Nachts behalf man sich mit traditionellen Ölfunzeln und Kerzen.

So kam es, dass auch Hindenburg eines Abends mit einem Kerzenleuchter in der Hand die Stufen der stattlichen Haupttreppe des Schlosses erklomm, um sich zu seinem Gästezimmer zu begeben. Auf einem der Treppenabsätze begegnete ihm eine ganz in grau gekleideten Greisin, welche er noch nie zuvor auf Ostrau gesehen hatte. Zuvorkommend, wie es ihm nun einmal anerzogen war, wollte er sich ihr vorstellen, jedoch die alte Dame schenkte ihm keinerlei Beachtung. Der General nahm nun an, die Frau wäre schwerhörig und trüge ihr Hörrohr nicht bei sich. Hindenburg ließ es nun vorerst auf sich beruhen, und wollte die Höflichkeitsbezeugung, die sie die Etikette verlangte, auf das morgendliche Frühstück verschieben. Er staunte nicht schlecht, als Hans-Hasso von Veltheim ihm bei einer Tasse Kaffee offenbarte, dass keine ältere Dame, auf welche seine Beschreibung zutreffe, auf Ostrau zugegen sei, und er mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Begegnung mit dem legendären Schlossgeist hatte.

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3 Antworten auf Die graue Dame auf Barockschloss Ostrau

  1. Anja sagt:

    Hallo Lexy,

    ich danke Dir nochmals, dass Du es mir ermöglicht hast, einen Gastbeitrag in Deinem Blog zu veröffentlichen. Danke auch für Deine lieben Worte.
    Ich habe mir erlaubt, den Beitrag außerdem in meiner Facebook-Gruppe „Welt der Legenden“ zu teilen und hoffe, so finden einige Leser auch den Weg zu Deinem wirklich gelungenen Blog.

    Lg und man liest sich 😉
    Anja

  2. Lexy sagt:

    Huhu,
    wieder mal eine spannende Geschichte und das mit den Tieren glaube ich auch selbst weil ich ich eine Katze habe. Aber wenn ich das jetzt erkläre dauert es zu lang. Aber Für ein Lob ist Zeit deshalb echt toll geschrieben sehr spannend.

    Aber darum geht es mir nicht ich hoffe ich habe das richtig gemacht und werde dich hier Kommentieren da ich nichts anders gefunden hatte.
    Ich möchte mich nochmal sehr für deinen Gastbeitrag bedanken er ist richtig toll geschrieben und ich habe es mit Freuden gelesen. Ich hoffe meine Leser tun es mir gleich.
    Hier ist der Gewünschte Link :
    http://zombiefacepalm.blogspot.de/2014/03/gastbeitrag-klappe-die-erste.html

    Solltest du mit irg. was nicht zu Frieden sein sag es mir bitte 🙂
    Wie ich merke schreibst du sehr viel spannendes und werde jetzt öfters mal vorbei schauen.

    Untote Grüße,
    Lexy

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