Du nimmst nichts mit!

Gerade eben habe ich Tickets für die “Eisheilige Nacht” mit Subway to Sally
am 27. Dezember in der Fürther Stadthalle bestellt. Grund genug mal wieder in ein paar alte Subway-Silberlinge reinzuhören. Eines meiner Lieblingslieder der Mittelalter-Rocker um Eric Fish ist die “Grabrede”, in der sie einem Geizhals äußerst eindringlich in Aussicht stellen, was er nach seinem Ableben zu erwarten hat.

Genau so ein übler Pfennigfuchser soll vor langer Zeit auf der Nordseeinsel Amrum gelebt haben. Allerdings verschlug es Hark Olufs, so lautete sein Name, zunächst in jungen Jahren an die Mittelmeerküste, wo er wilden Piraten in die Hände fiel. Die Freibeuter verhökerten den Nordfriesen auf einem Sklavenmarkt in Algerien. Sein Dienstherr war von da an ein berühmter arabischer Herrscher aus der algerischen Stadt Constantine. Hark ergab sich seinem Schicksal, und brachte es durch seine treue Ergebenheit innerhalb von nur einem Jahrzehnt sogar ziemlich weit in der Fremde. Er stieg schnell vom normalen Sklaven zum Schatzmeister auf, und hatte später sogar den Titel eines Generals inne, welcher das Heer seines Brötchengebers erfolgreich durch eine Schlacht gegen Tunis führte. Aufgrund dieses großen Verdienstes, erbarmte sich der Bei von Constantine endlich und ermöglichte es Hark, auf seine Heimatinsel in der Nordsee zurückzukehren.

Amrum - ein typisches Haus in Nebel Bildquellenangabe: Echino  / pixelio.de

Amrum – ein typisches Haus in Nebel
Bildquellenangabe: Echino / pixelio.de

Olufs kam als reicher Mann heim nach Amrum, da der dankbare Bei ihn außerdem mit einer großen Menge nordafrikanischer Schätze beglückt hatte. Dieser Besitz ermöglichte ihm eine Vielzahl sorgenfreier Jahre auf der Insel. Es ist aber nun einmal der Lauf der Natur, dass jedes irdische Leben eines Tages endet, so auch das von Hark Olufs. Indes der weitgereiste Mann fand einfach keine Ruhe in seinem Grab. Ständig sah man seinen Geist im Totenhemd zwischen Nebel und dem Amrumer Süddorf hin und her wandern.

Abendstimmung auf der Insel Amrum Bildquellenangabe: bgkan  / pixelio.de

Abendstimmung auf der Insel Amrum
Bildquellenangabe: bgkan / pixelio.de

Irgendwann fasste sich ein tollkühner Insulaner also ein Herz und fragte den Geist, warum seine Seele keinen Frieden fände. Er habe die übriggebliebenen Schätze vor seinem Tod unter der Türschwelle seines Wohnhauses vergraben, da er sie seinen Erben nicht vergönnt hätte, gab die Spukgestalt daraufhin zur Antwort.

Dem war auch tatsächlich so. Der Goldschatz unter besagter Türschwelle wurde alsbald gefunden und gehoben. Im Anschluss verteilte man das Vermögen gerecht unter Hark Olufs Nachkommenschaft.
Damit fand auch der Spuk auf der Insel endlich sein Ende, und das Gespenst im weißen Leichenhemd wurde niemals wieder gesehen.

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