Ein Fluss voller Ungeheuer

Bildquellenangabe: DieBibliothekarin  / pixelio.de

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Das Ungeheuer von Loch Ness ist weit über die schottischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Immerhin wollen bereits über 3.000 Menschen diese, auf verschwommenen Fotografien einem Apotosaurus ähnelnde, Kreatur mit eigenen Augen gesehen haben. Nicht nur in Schottland scheinen sich kryptozoologische Arten äußerst wohl zu fühlen. In etwa 250 verschiedenen Gewässern des gesamten Erdballs, und dazu zählen Flüsse genauso wie Seen, sollen solch eigenartige Wesen existieren. Sogar in unserer Elbe, und davon wussten vor allem die Einwohner Hamburgs lebhaft zu berichten. Hauptsächlich ab Mitte des 16. Jahrhunderts bis in das 17. Jahrhundert hinein haben sich seltsame Unterwasserbewohner vom Meer her in die Elbe verirrt. So steht es jedenfalls in alten Chroniken und Überlieferungen noch heute schwarz auf weiß zu lesen.

Bildquellenangabe: gabriele Planthaber  / pixelio.de

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Beginnen wir mit dem Jahr 1549. In jenem Jahr fischten einige Männer vor Wedel an der Unterelbe und brachten dabei einen sehr ungewöhnlichen Fang zu Tage, welchem sie den Namen Stumpfmaul verpassten. Zirka drei Meter lang war der, bis dato noch nie gesehene Fisch, und sage und schreibe so dick wie ein großes Bierfass. Sein Maul soll, wie aus der Benennung deutlich hervorgeht, für einen Fisch außergewöhnlich stumpf gewesen sein. Mich erinnert die Beschreibung irgendwie stark an den offiziell erst 1976 entdeckten Riesenmaulhai.

Bildquellenangabe: Bernd Sterzl  / pixelio.de

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Die Stelle, wo der Flottbek in die Elbe mündet, wird von Alters her als Teufelsbrück bezeichnet. Früher wuchsen dichte Wälder an den dortigen Ufern, in welchem des Teufels Baumgarten gelegen war. Heute ist wenigstens noch der malerische Jenischpark übriggeblieben und lädt an sonnigen Tagen zu erholsamen Spaziergängen ein.
Bei jeder Ebbe bilden sich Sandbänke in der Teufelsbrück, die im Laufe der Jahre schon so einigen unachtsamen Schiffskapitänen zum Verhängnis wurden. Anno 1615 diente eine dieser Sandbänke einer bizarr anzuschauenden Robbe als natürliches Sonnenstudio. Beobachter sprachen damals von einem pferdeähnlichen Körper, auf dem ein riesiger, mit vier langen Stoßzähnen ausgestatteter, Schweinskopf saß. Nur zu gerne wollten Jäger das groteske Tier zur Strecke bringen. Seine Haut war jedoch viel zu dick. Keiner Gewehrkugel gelang es je, dort durchzudringen.

Bildquellenangabe: Margit Völtz  / pixelio.de

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Noch um ein Vielfaches kurioser hört sich der Bericht von 1638 an, in dem der Hamburger Seemann Peter Bartels die tragische Hauptrolle spielt. Bartels sah damals einen kolossalen Hirsch mit einem mächtigen Geweih durch die Elbe schwimmen und wollte diesen harpunieren. Als er das Tier bereits am Haken hatte und auf sein Boot hieven wollte, traf ihn urplötzlich ein mörderischer Schlag, so dass er seine Beute wieder fallen lassen musste. Bartels war auf der Stelle tot. Den anschließend durchgeführten Untersuchungen zufolge, wurde seine tödliche Verletzung von einem Stromschlag ausgelöst, wie er auch bei vom Blitz getroffenen Menschen quer durch den ganzen Körper fährt. War das wehrhafte Biest etwa entfernt mit den Stachelrochen verwandt?

Bildquellenangabe: Bernd Sterzl  / pixelio.de

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Dem Naturwissenschaftler Petrus Hesselius, der unter anderem als Prediger am Hamburger Pesthof tätig war, wurde zwanzig Jahre später, am 1. September 1658, ein wirklich zum Himmel stinkender Fang vorgelegt. Der bei Blankenese gefangene, fast 8 Meter lange und immerhin 1,5 Meter im Durchmesser reichende Fisch, verströmte einen so abartigen Geruch, dass man ihn nicht essen mochte und ihn deswegen “Stinkfisch” taufte. Immerhin wurde er trotzdem schnell verarbeitet und einige Liter Tran aus ihm gewonnen.

Diese ganzen Begebenheiten liegen nun schon fast vierhundert Jahre in der Vergangenheit. Den schon lange geplanten Hamburg-Urlaub lassen wir uns dadurch auf keinen Fall vermiesen. Ein Strandtag in Övelgönne und ein damit eventuell verbundenes Bad in der Elbe stehen jedenfalls fest mit auf dem Programm.

Bildquellenangabe: Bernd Sterzl  / pixelio.de

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