Wie der geizige Schwabe in den Wahnsinn getrieben wurde

Bildquellenangabe: Burkard Vogt  / pixelio.de

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Nachdem mich in den letzten Tagen ein bisschen mit dem inkompetenten Kundendienst von Strato herumärgern musste, komme ich heute endlich wieder zum Schreiben. Es ist wohl definitiv an der Zeit, sich demnächst nach einem neuen Hoster umzuschauen. Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass es Anbieter gibt, welche wissen, dass nur zufriedene Kunden gleichzeitig auch treue Kunden sind, die gern ihr Geld da lassen und auch gerne Empfehlungen aussprechen. Leider herrscht in den meisten Unternehmen jedoch mittlerweile der Grundsatz, dass dem Absatz der absolute Vorrang vor einer hervorragenden Kundenbetreuung einzuräumen ist. Die Gier scheint grenzenlos zu sein. Dass sich der Endverbraucher dabei schlicht und einfach über den Tisch gezogen fühlt und sich dieses unseriöse Verhalten irgendwann bitter rächt, diese Erfahrung werden die meisten Firmen wohl früher oder später auf höchst unsanfte Art und Weise machen müssen.

Cadolzburg 021Damit habe ich auch gleich den perfekten Übergang zu meiner heutigen Geschichte, wie sie vor vielen Jahren im Schwabenländle geschehen sein soll.
Es gab dort früher einen adligen Herrn Rickberger, der pro Jahr mit seinen landwirtschaftlichen Gütern einen Gewinn von über 30.000 Talern erzielte. Für die damalige Zeit war das eine ungeheure Summe Geldes. Wie es aber so ist, wer viel hat will immer noch mehr. Rickberger war dafür bekannt, für die weitere Anhäufung seines Reichtums buchstäblich über Leichen zu gehen. Seine Lagerhäuser quollen schon über, dennoch setzte er die Getreidepreise so immens hoch, dass die umliegende Bevölkerung sich die lebensnotwendige Nahrung nicht kaufen konnte, und Einige gar einen qualvollen Hungertod starben.

Ein mittelloser, aber kinderreicher Mann klopfte eines Tages bei dem Geizhals an die Tür, und kramte dabei seine letzten 6 Taler aus der Tasche. Diesen Preis für einen Sack voll Korn wollte Rickberger jedoch keinesfalls akzeptieren, und so jagte er den Bittsteller mit wüsten Schimpfworten von seiner Schwelle. Unverrichteterdinge zog der Familienvater ab, vergaß aber nicht den gewinnsüchtigen Adligen mit einem wirklich üblen Fluch zu belegen.

Bildquellenangabe: M. Großmann  / pixelio.de

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Einige Tage später schickte Rickberger seinen Knecht auf den Speicher, um dort nach dem Rechten zu schauen. Völlig aufgelöst platzte der Bedienstete kurz darauf bei seinem Gutsherrn in die Stube. “Drei große schwarze Ochsen gehen auf dem Speicher umher und tun sich an Eurem Getreide gütlich, mein Herr.”, lautete die unangenehme Meldung, die er Rickberger überbrachte. Der Pfennigfuchser wollte dem Gehörten zuerst keinen Glauben schenken und schickte sogleich den nächsten Knecht zur Kontrolle hinterdrein. Der sprach nun aber bei seiner Rückkehr nicht nur von drei Ochsen, sondern wollte zusätzlich auch noch drei schwarze Pferde beim Getreidefressen gesehen haben. Da endlich bequemte sich Rickberger dazu, selbst nach dem Stand der Dinge zu schauen. Wie er aber die Tür des Kornspeichers aufriss, war dort mittlerweile eine riesige Viehherde zu Gange und fraß in aller Seelenruhe sein Getreidelager leer. Dieser Anblick war einfach zu viel für den Knickstiebel und trieb ihn augenblicklich in den Wahnsinn. Danach dauerte es nicht mehr sehr lange, bis er sich die Radieschen von unten anschauen durfte, und das letzte Hemd hatte auch damals schon keine Taschen.

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